Dänemark ist ein wahres Paradies für Angler und Naturbegeisterte. Mit einer Küstenlinie von über 7.300 Kilometern, unzähligen eiszeitlichen Seen und glasklaren, strömenden Auen bietet das skandinavische Nachbarland einen Lebensraum für eine beeindruckende Vielfalt an Fischarten.
Egal, ob du das Brandungsangeln an der rauen Nordsee liebst, mit der Fliegenrute an einer idyllischen Au stehst oder es auf kapitale Raubfische im See abgesehen hast – in Dänemark kommt jeder auf seine Kosten. Doch welche Fische gibt es in Dänemark eigentlich genau, wo halten sie sich auf und worauf musst du beim Angeln achten?
Dieser umfassende Ratgeber liefert dir alle Antworten, sortiert nach Lebensraum, inklusive konkreter Ortsangaben und wertvoller Praxis-Tipps.
Süßwasserfische in Dänemark: Arten und Fangorte
Dänemarks Binnengewässer – bestehend aus nährstoffreichen Seen (Søer) und oft naturbelassenen Fließgewässern (Åer) – beherbergen erstklassige Bestände an Raub- und Friedfischen. Besonders Jütland ist weltweit für seine鴻 lachs- und forellenreichen Auen bekannt.
Die wichtigsten Süßwasserfische im Überblick
- Hecht (Gedde): Der König der dänischen Seen. Dänemark ist bekannt für seine hervorragenden Hechtbestände mit echten Ausnahmefischen von über 120 cm.
- Zander (Sandart): Ein vorsichtiger Räuber, der besonders in den trüberen, tieferen Seen Jütlands und Seelands floriert.
- Flussbarsch (Aborre): Weit verbreitet und in fast jedem dänischen Süßgewässer in beachtlichen Stückzahlen und Größen zu finden.
- Lachs (Laks): Die dänischen Wildlachsbestände haben sich dank intensiver Schutzmaßnahmen spektakulär erholt. Jedes Jahr werden kapitale Lachse im zweistelligen Kilobereich gefangen.
- Bachforelle (Bækørred): Heimisch in den schnell fließenden, sauerstoffreichen Auen.
Wo fängst du welche Süßwasserfische?
| Fischart | Bevorzugter Lebensraum / Ort in Dänemark | Beste Angelzeit |
|---|---|---|
| Hecht | Silkeborg-Seenplatte (Jütland), See Arresø (Seeland), Maribo-Seen (Lolland) | Mai bis Oktober |
| Zander | See Skanderborg Sø (Jütland), Tange Sø (Jütland) | Juni bis September |
| Flussbarsch | Furesø (Seeland), Silkeborg-Seen | Ganzjährig (Spätsommer ideal) |
| Lachs | Skjern Å, Storå, Varde Å (Westjütland) | April bis Oktober |
| Bachforelle | Karup Å, Gudenå, Kongeå (Jütland) | April bis Oktober |
Experten-Tipp für Süßwasser-Angler: Für das Angeln in dänischen Auen und Seen benötigst du neben dem staatlichen dänischen Angelschein (Fisketegn) fast immer eine lokale Angelerlaubnis (Dagkort) für das jeweilige Gewässer. Diese kannst du unkompliziert online erwerben.
Salzwasserfische in Dänemark: Arten und Fangorte
Die dänischen Küsten erstrecken sich über zwei völlig unterschiedliche Meere: die wilde, salzreiche und tiefe Nordsee im Westen und die ruhigere, brackwassergeprägte Ostsee (inklusive Kattegat und Belte) im Osten. Diese Vielfalt spiegelt sich auch in den marinen Fischarten wider.
Die wichtigsten Salzwasserfische im Überblick
- Meerforelle (Havørred): Dänemark gilt als das absolute Mekka für Meerforellenangler. Die "Fische der tausend Würfe" ziehen hier in beeindruckenden Größen dicht an den Küsten entlang.
- Dorsch (Torsk): Der klassische Meeresräuber. Während die Bestände in der westlichen Ostsee stark geschützt sind, fängt man in der Nordsee und im Gelben Riff weiterhin kapitale Exemplare.
- Scholle (Rødspætte) & Flunder (Skrubbe): Plattfische sind der absolute Standard beim Brandungsangeln an sandigen Küstenabschnitten.
- Makrele (Makrel): Im Sommer ziehen die pfeilschnellen Schwarmfische dicht an die Molen und Küsten und bieten spektakuläre Drills am leichten Gerät.
- Hornhecht (Hornfisk): Ein treuer Sommergast. Ab Mai füllt sich das Flachwasser mit diesen schnabeltragenden Räubern.
Wo fängst du welche Salzwasserfische?
| Fischart | Bevorzugter Lebensraum / Ort in Dänemark | Beste Angelzeit |
|---|---|---|
| Meerforelle | Insel Fünen (komplette Küste), Limfjord, Insel Bornholm | Frühjahr & Herbst |
| Dorsch | Gelbes Riff (Nordsee, ab Hanstholm), Öresund, Langelandbælt | Ganzjährig (Winter/Frühjahr ideal) |
| Scholle / Flunder | Hvide Sande (Mole), Westküste Jütlands, Langeland | September bis Dezember |
| Makrele | Molen von Hanstholm und Hvide Sande, Skagen, Öresund | Juli bis September |
| Hornhecht | Kleiner und Großer Belt, Limfjord, Küste Fünens | Mai bis Juni |
Die Sonderrolle der Put & Take Seen (Forellenseen)
Wer eine Fanggarantie sucht oder mit der Familie entspannt angeln möchte, findet in Dänemark ein extrem dichtes Netz an sogenannten Put & Take Seen (Forellenseen).
Diese künstlich angelegten und hervorragend gepflegten Anlagen werden regelmäßig mit kampfstarken Regenbogenforellen (Regnbueørred), Goldforellen und teils auch Bach- oder Saiblingen besetzt.
- Vorteil: Kein staatlicher Angelschein nötig (du zahlst nur die Stundenkarte vor Ort), sehr hohe Fischdichte, ideal für Anfänger.
- Bekannte Anlagen: Oxriver Put & Take (Ringkøbing), Blue Rock Fiskepark (Fünen).
Häufige Fehler beim Angeln in Dänemark (und wie du sie vermeidest)
- Fehlender Angelschein: Viele Urlauber denken, das Angeln im Meer sei komplett frei. Das stimmt nicht ganz: Jeder zwischen 18 und 65 Jahren benötigt zwingend den staatlichen dänischen Angelschein (Fisketegn).
- Ignorieren von Schutzzonen (Fredningsbælter): An fast allen Mündungen von Bächen und Auen ins Meer gelten ganzjährige oder saisonale Schutzzonen (meist 500 Meter Radius), in denen absolutes Angelverbot herrscht. Lade dir vorab die offizielle App des dänischen Fischereiministeriums herunter, um Strafen zu vermeiden.
- Falsches Tackle an der Nordsee: Die Strömung der Nordsee wird oft unterschätzt. Wer hier auf Plattfisch brandelt, benötigt schwere Bleie (100–150g, oft Krallenbleie), um den Köder am Grund zu halten.
Zusammenfassung & Handlungsempfehlung
Dänemark ist ein facettenreiches Angelrevier, das für jede Vorliebe den passenden Fisch bereithält.
- Für Küsten-Abenteurer: Packe die Wathose ein und fahre im Frühjahr nach Fünen, um der legendären Meerforelle nachzustellen.
- Für Raubfisch-Fans: Die Silkeborg-Seen bieten erstklassige Hecht- und Barsch-Abenteuer vom Boot aus.
- Für Familien: Ein Nachmittag an einem gut gepflegten Put & Take See garantiert Spaß und ein leckeres Abendessen.
Nächster Schritt: Besorge dir deinen dänischen Angelschein vorab online unter fisketegn.dk, studiere die lokalen Mindestmaße und Schonzeiten und plane deine Route passend zur Jahreszeit deiner Zielfische!
Häufige Fragen zu Angeln in Dänemark Welche Fische gibt es wo (FAQ)
Braucht man in Dänemark einen Angelschein für das Meer?
Ja. Jeder Angler zwischen 18 und dem Erreichen des gesetzlichen Rentenalters benötigt für das Angeln im Meer den staatlichen dänischen Angelschein (Fisketegn). Er kann tages-, wochen- oder jahresweise online erworben werden.
Wann ist die beste Zeit, um in Dänemark Meerforellen zu angeln?
Die absoluten Spitzenzeiten sind das Frühjahr (März bis Mai) und der Herbst (September bis November). Im Sommer angelt man am besten in den kühlen Nachtstunden, im Winter an flachen, sonnengewärmten Buchten.
Welche Fischarten darf man in Dänemark ohne Mindestmaß fangen?
Für fast alle beliebten Zielfische wie Dorsch, Meerforelle, Scholle, Lachs und Hecht gibt es strikte gesetzliche Mindestmaße. Lediglich für Arten wie Hering oder Makrele gibt es in einigen Regionen keine oder sehr geringe Einschränkungen. Informiere dich immer vorab über die aktuellen Maße.
Wo fängt man in Dänemark am besten Plattfische?
Die sandigen Küstenabschnitte Jütlands (z. B. rund um Hvide Sande, Blåvand oder Skagen) sowie die dänischen Inseln wie Langeland sind hervorragende Reviere für Scholle, Flunder und Kliesche.
Was kostet der dänische Angelschein?
Ein Jahres-Angelschein kostet aktuell rund 185 DKK (ca. 25 EUR). Wochenscheine liegen bei ca. 130 DKK, Tagesscheine bei ca. 40 DKK.
Gibt es giftige Fische in Dänemark?
Ja, das Petermännchen (Fjæsing). Dieser Fisch lebt im Sandboden der Nord- und Ostsee und besitzt giftige Stacheln an den Kiemendeckeln und der Rückenflosse. Ein Stich ist extrem schmerzhaft. Beim Angeln oder Wattwandern ist daher Vorsicht geboten.
Darf man gefangene Fische aus Dänemark mit nach Hause nehmen?
Ja, der Eigenbedarf an selbst gefangenen Fischen darf für den privaten Verzehr mitgenommen werden. Achte jedoch auf die geltenden Fangbegrenzungen (Bag Limits), insbesondere beim Dorsch.
Was ist der beliebteste Speisefisch in Dänemark?
In der dänischen Küche sind die Scholle (Rødspætte), der Dorsch (Torsk) und der Hering (Sild) die absoluten Favoriten.