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Die Erbseninseln (Christiansø & Frederiksø): Zeitreise auf Dänemarks östlichstem Außenposten

Entdecken Sie die Erbseninseln Christiansø & Frederiksø. Praktische Tipps zu Fähre, Sehenswürdigkeiten & Denkmalschutz nordöstlich von Bornholm.

Aktualisiert: 13. Juli 2026 6 Min. Lesezeit Steve Rahn, Gastgeber in Småland

Wer an Urlaub in Dänemark denkt, hat meist endlose Sandstrände, hyggelige Ferienhäuser und weite Dünenlandschaften vor Augen. Doch es gibt einen Ort, der völlig aus diesem Raster fällt. Nordöstlich von Bornholm ragen die Erbseninseln (Ertholmene) wie vergessene Granitkolosse aus der Ostsee.

Dieses winzige Archipel, bestehend aus den bewohnten Inseln Christiansø und Frederiksø sowie dem Vogelschutzgebiet Græsholm, ist ein lebendiges Open-Air-Museum. Die gesamte Inselgruppe steht unter Denkmalschutz – hier wurde seit über einem Jahrhundert kein neues Gebäude errichtet.

Ob Sie einen Tagesausflug von Bornholm planen oder die magische Stille nach dem Ablegen der letzten Fähre erleben wollen: Dieser Guide liefert Ihnen alle praktischen Tipps, historischen Hintergründe und Insider-Informationen für Ihr Abenteuer auf den Erbseninseln.

Die Erbseninseln (Christiansø & Frederiksø) Eine winzige, historisch komplett unter Denkmalschutz stehende Inselgruppe nordöstlich von Bornholm. – Eindruck aus Småland, Schweden

Auf einen Blick: Daten und Fakten zu Ertholmene

MerkmalDetails
HauptinselnChristiansø und Frederiksø (durch eine Fußgängerbrücke verbunden)
Einwohnerca. 90 (ganzjährig)
VerwaltungUntersteht direkt dem dänischen Verteidigungsministerium
FortbewegungAbsolut autofrei (keine Autos, keine Fahrräder erlaubt)
EntfernungCa. 18 km (9 Seemeilen) nordöstlich von Gudhjem (Bornholm)

Die Geschichte: Von der strategischen Festung zum Naturparadies

Die Erbseninseln verdanken ihren Namen ihrer geringen Größe – sie wirken auf der Landkarte wie verstreute Erbsen. Ihre strategische Bedeutung verdanken sie jedoch König Christian V., der 1684 den Bau der weltweit ersten Flottenbasis im offenen Meer anordnete.

Die Festungsanlage sollte der dänischen Marine als Stützpunkt gegen die schwedische Flotte in der Ostsee dienen. Bis heute prägen dicke Granitmauern, Kanonen und historische Kasernen das Bild. Im Jahr 1855 wurde die Festung offiziell aufgegeben. Die Soldaten zogen ab, doch die Fischer und Handwerker blieben.

Besonderheit unter Denkmalschutz: Da die Inseln dem dänischen Verteidigungsministerium unterstehen, zahlen die Bewohner keine Kommunalsteuern, dürfen dafür aber strukturell absolut nichts an den historischen Gebäuden verändern. Sogar die Farbe der Fensterläden ist exakt vorgeschrieben.

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Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Christiansø und Frederiksø

Obwohl die Inseln in weniger als einer Stunde zu Fuß umrundet werden können, ist die Dichte an historischen Highlights enorm.

1. Store Tårn (Der Große Turm) auf Christiansø

Der mächtige Rundturm aus dem Jahr 1684 war das Herzstück der Verteidigungsanlage. Heute beherbergt er ein Museum zur Natur und Geschichte der Insel sowie eine Aussichtsplattform, die einen Panoramablick über die gesamte Ostsee bietet. Das integrierte, moderne Glasdach schützt die historischen Mauern auf beeindruckende Architektur-Weise.

2. Lille Tårn (Der Kleine Turm) auf Frederiksø

Auf der Nachbarinsel Frederiksø befindet sich das Gegenstück. Der Kleine Turm ist im Originalzustand erhalten und zeigt ein faszinierendes Modell der Festung um 1850 sowie historische Waffen und Alltagsgegenstände der damaligen Soldaten.

3. Die Hängebrücke und der Hafen

Die beiden Inseln sind durch eine charmante, schmale Fußgängerbrücke miteinander verbunden, die bei der Einfahrt größerer Schiffe beiseite gedreht werden kann. Der Naturhafen zwischen den Inseln ist im Sommer ein beliebter Treffpunkt für Segler.

4. Das Vogelschutzgebiet Græsholm

Die unbewohnte Nachbarinsel Græsholm darf von Menschen nicht betreten werden. Sie ist ein Paradies für Seevögel. Mit einem Fernglas lassen sich von den Festungsmauern aus riesige Kolonien von Tordalken, Trottellummen und Eiderenten beobachten. Auch Kegelrobben sonnen sich regelmäßig auf den vorgelagerten Schären (den Tat-Inseln).

Anreise und Logistik: So planen Sie Ihren Ausflug

Die Anreise zu den Erbseninseln erfordert ein wenig Planung, da die Kapazitäten der Fähren begrenzt sind.

Praktische Tipps für Ihren Besuch: Do's and Don'ts

Damit der Ausflug auf die geschützten Inseln gelingt, sollten Sie einige Besonderheiten beachten:

Häufige Fehler bei der Urlaubsplanung

  1. Spontanes Buchen im Sommer: Die Plätze auf der Fähre Ertholm sind im Juli und August heiß begehrt. Wer nicht tagelang im Voraus bucht, bleibt oft am Hafen in Gudhjem stehen.
  2. Müll hinterlassen: Auf den Inseln gibt es ein striktes Müllentsorgungssystem, da jedes Gramm Abfall per Schiff aufs Festland transportiert werden muss. Nehmen Sie Ihren Müll im Idealfall wieder mit nach Bornholm.
  3. Die Ruhe der Bewohner missachten: Christiansø ist kein reines Museum, hier leben Familien. Das Betreten von privaten Gärten und das Hineinspähen in die Fenster der gelb getünchten Häuser ist tabu.

Häufige Fragen zu Die Erbseninseln (Christiansø & Frederiksø) Eine winzige, historisch komplett unter Denkmalschutz stehende Inselgruppe nordöstlich von Bornholm. (FAQ)

Wie kommt man auf die Erbseninseln?

Die Inseln sind ausschließlich mit der Passagierfähre von Bornholm aus erreichbar. Der Hauptabfahrtshafen ist Gudhjem. Die Überfahrt dauert knapp eine Stunde.

Darf man auf Christiansø übernachten?

Ja. Es gibt das historische Christiansø Gæstgiveri (Hotel und Gasthof), einige private Ferienzimmer sowie einen spartanischen Campingplatz auf den Felsen. Eine rechtzeitige Reservierung Monate im Voraus ist zwingend erforderlich.

Sind Autos auf den Erbseninseln erlaubt?

Nein, die Inseln sind absolut autofrei. Es gibt keine Straßen, sondern nur Gehwege. Auch Fahrräder sind für Besucher nicht gestattet.

Wie viele Menschen leben auf den Erbseninseln?

Auf Christiansø und Frederiksø leben ganzjährig etwa 90 Einwohner. Es gibt eine eigene kleine Schule (bis zur 7. Klasse), eine Kirche, einen Arzt und eine eigene Infrastruktur.

Zu welchem Land gehören die Erbseninseln?

Die Erbseninseln gehören zu Dänemark. Sie haben jedoch einen Sonderstatus: Sie gehören keiner Kommune an, sondern werden direkt vom dänischen Verteidigungsministerium verwaltet.

Kann man auf den Inseln mit Euro bezahlen?

In den meisten Kiosken, dem Laden und dem Restaurant kann mit Kreditkarte (Visa/Mastercard) bezahlt werden. Barzahlungen werden primär in Dänischen Kronen (DKK) abgewickelt.

Sind Hunde auf Christiansø erlaubt?

Nein. Aufgrund des strengen Naturschutzes und der sensiblen Brutvogelkolonien gilt auf den gesamten Erbseninseln ein striktes Hundeverbot für Besucher.

Wie lange braucht man, um die Erbseninseln zu besichtigen?

Die reine Gehzeit, um Christiansø und Frederiksø einmal komplett zu umrunden, beträgt etwa 45 bis 60 Minuten. Die reguläre Aufenthaltszeit der Tagesfähren von ca. 3 bis 4 Stunden reicht perfekt aus, um alle Sehenswürdigkeiten in Ruhe zu besichtigen.

Fazit

Die Erbseninseln Christiansø und Frederiksø sind kein typisches Touristenziel mit Souvenirläden und Fast-Food-Ketten. Sie bieten stattdessen eine entschleunigte Zeitreise in die maritime Militärgeschichte Dänemarks, kombiniert mit einer rauen, skandinavischen Naturkulisse.

Unsere Empfehlung: Wenn Sie Ihren Bornholm-Urlaub planen, blocken Sie sich frühzeitig einen sonnigen Tag für die Überfahrt. Wer das ultimative Abenteuer sucht, bucht eine der wenigen Übernachtungsmöglichkeiten im Inselhotel oder auf dem winzigen, rauen Campingplatz (nur für kleine Zelte) – denn wenn die Tagestouristen um 16 Uhr die Insel verlassen, entfalten die Erbseninseln eine fast mystische Stille.